Leitbild

Präambel

Der Mensch mit seinem individuellen Hilfebedarf steht im Mittelpunkt, er wird von uns nach seinen Wünschen, Fähigkeiten und Möglichkeiten auf seinem Weg zu einem erfüllten Leben begleitet. Der Betreuungsverein wurde am 12.02.2012 gegründet und ist durch die überörtliche Betreuungsbehörde Baden-Württemberg am 22.08.2012 anerkannt worden. Das 1992 in Kraft getretene Betreuungsgesetz hat die Zielsetzung, Hilfen für psychisch, körperlich, geistig und seelisch „Behinderten“ Menschen mit Blickrichtung auf eine selbst bestimmte Lebensgestaltung zu gewährleisten. Der Umfang der Betreuung richtet sich nach dem Erforderlichkeitsgrundsatz.

Die Arbeit orientiert sich am einzelnen Menschen, an seiner Biographie, seinen Wertvorstellungen, Lebensgewohnheiten und Bedürfnissen, die wir erkennen und respektieren wollen. Wir streben an, die Anregungen Rudolf Steiners zur Menschenerkenntnis aufzunehmen und in der Arbeit umzusetzen.

Wir beraten Sie zum Thema Vorsorge: wenn Sie Handlungsunfähig werden aufgrund eines Unfalles oder einer schweren Krankheit. Wir helfen bei der Erstellung Ihrer Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung.

Struktur des Betreuungsvereines

Träger ist der gemeinnützig anerkannte Verein „Anthropos Betreuungsverein Stuttgart e.V“. Für den Betreuungsverein gibt es Fürsprecher aus dem Vorstand und dem Kuratorium, die sich Verantwortlich für dessen Belange zeigen. Der Sitz des Vereines und der Geschäftsführung ist Haußmannstr. 48, 70188 Stuttgart. Die Büros der Mitarbeiter befinden sich im Beratungszentrum in der Schwarenbergstraße 96, 70188 Stuttgart. Hier findet sich auch die Möglichkeit für Beratungsgespräche und Kundenbesuche.

Gesetzliche Grundlagen

Der Betreuungsverein handelt nach dem Betreuungsrecht, das sich im Wesentlichen ergibt aus den §§ 1896 bis 1908 BGB. Weiterführende Gesetzestexte, insbesondere die Sozialgesetze werden ggf. berührt.

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Die Zusammenarbeit findet im Wesentlichen mit Betreuungsgericht, -Behörde, sowie Behörden des Sozialamts, Gesundheitsamt, aber auch Versicherungen, Kassen Einrichtungen und Dienste, Banken, Lieferanten und Gläubiger und mit allen an der psychosozialen Versorgungsstruktur beteiligten Beratungsstellen statt. Sonstige Zusammenarbeiten ergeben sich aus der Vereinsbetreuung bzw. der Begleitung ehrenamtlicher Betreuerinnen. Zu den Hauptaufgaben des Betreuungsvereins gehört gemäß §§ 1908f BGB wie folgt:

GEWINNUNG, BERATUNG UND BEGLEITUNG VON EHRENAMTLICHEN BETREUERN

  • Fachliche Beratung, Einrichtung und Begleitung von Balintgruppen, ggf. Supervision

  • Anleitung und Begleitung von ehrenamtlichen Betreuerinnen und von Angehörigen als Betreuerinnen

  • Gemeinsame Betreuungsplanung, Ziele und Koordination im Rahmen der Betreuungsplanung/Dienstleistung

  • Beratung und Vermittlung im Rollenkonflikt Elternschaft und gesetzliche Betreuung

  • Wissensvermittlung und Schulung allgemein

  • Probleme und Aufgaben klären, Zielvereinbarungen und Handlungsschritte herausarbeiten und vereinbaren, Kontrolle, Aufgabenteilung mit Prozessbeteiligten, Handreichungen, Verständnis, ernst nehmen: Einfühlungsvermögen, persönlicher Kontakt, Ermutigung

  • Mithilfe bei der Durchsetzung z.B. finanzieller Ansprüche der Betreuten

  • Kontrolle der Bewilligung

  • Hilfe bei Widerspruchsverfahren

  • Auf Wunsch Erledigung von Schriftverkehr

  • Hausbesuche auf Wunsch

  • Hilfe bei der Erstellung von Vermögensverzeichnissen, Rechnungslegung, Tätigkeitsberichten, Anträge auf Aufwendungsersatz

  • Regelmäßige gemeinsame Prüfung der Betreuungsergebnisse mit entsprechender Rückmeldung an den ehrenamtlichen Betreuer

  • Information zu Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, und Patientenverfügung

Gewinnung neuer gesetzlicher ehrenamtlicher Betreuer

  • Suchen und Vermittlung von Betreuungen, die den persönlichen Neigungen und Fähigkeiten der Betreuten angemessen sind

  • Beachtung, was und wie viel der Betreuer leisten will und kann

  • Begleitung des ersten Kontaktes zum Betreuten

Organisation des Erfahrungsaustausches zwischen Betreuern

Der Betreuungsverein bietet regelmäßig von ihm organisierte Treffen mit ehrenamtlichen Betreuern an.

Schulung von ehrenamtlichen Betreuern

Der Betreuungsverein lädt regelmäßig ehrenamtliche Betreuer zu Veranstaltungen mit wechselndem Thema ein. Er bietet auch die Möglichkeit der Einzelfortbildung.

  • PLANMÄSSIG ÜBER VORSORGEVOLLMACHTEN UND BETREUUNGSVERFÜGUNGEN INFORMIEREN

Wir informieren Sie zur Erstellung einer Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und einer Betreuungsvollmacht. Auf Wunsch übernehmen wir, auf Grundlage eines Geschäftsbesorungsvertrages, Vollmachten im Bereich Vermögenssorge und Nachlass.

  • AUFGABEN DER VEREINSBETREUER:

Führung von Betreuungen

Der Betreuer hat die Angelegenheiten des Betreuten so zu besorgen, wie es dessen Wohl entspricht. Zum Wohl des Betreuten gehört auch die Möglichkeit, sein Leben soweit wie möglich nach eigenen Wünschen und Vorstellungen im Rahmen seiner Möglichkeiten zu gestalten.

Ziel der Führung von Betreuungen ist das Herausfinden des Willens, der Wünsche und Bedürfnisse der betreuten Personen und entsprechend der Möglichkeiten danach zu handeln.

  • Kooperative, individuelle Betreuungsplanung

  • Erhaltung einer so weit wie möglich selbstbestimmter Lebensgestaltung

  • Gemeinsame Erarbeitung eines Betreuungsplanes/Hilfeplan mit Teilzielen mit dem Betreuten

Weitere Aufgaben, die sich aus der Betreuung ergeben

  • Sicherung der materiellen Lebensgrundlagen

  • Beantragung möglicher Leistungen wie Rente, Sozialhilfe

  • Regelung notwendiger Verbindlichkeiten: Miete, Nebenkosten, etc.

  • Regelung von Behördenangelegenheiten

  • Sicherung erforderlicher Gesundheitsmaßnahmen

  • Sicherung des Vermögens und Vermögensansprüchen

  • Sicherung der Persönlichkeitsrechte und anderer Rechte der Betreuten

  • Die Durchführung soll soweit wie möglich zusammen mit dem Betreuten erfolgen

Regelmäßige Überprüfung der Planvorhaben

  • Beratung über Rechte nach dem BtG: Betreuungsverfahren, Wirkungsweise, Auswahl des Betreuers/Beraters, Betreuerwechsel, Aufhebung der Betreuung, etc.

  • Beratung über Rechte nach den Sozialleistungsgesetzen

  • Beratung über Hilfsangebote nach den persönlichen Bedürfnissen

  • Alternativen zur gesetzlichen Betreuung prüfen und ggf. realisieren

Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden;                              

es st nicht genug zu wollen, man muss es auch tun. 

Johann Wolfgang von Goethe

Schlussgedanke

Die künftigen Perspektiven des Betreuungsvereines hängen sehr eng mit den Entwicklungen im sozialpolitischen Bereich und der daraus resultierenden Gesetzeslage und den eingeräumten finanziellen Spielräumen zusammen.

Die Finanzierung des Betreuungsvereines muss abgesichert bleiben, um eine kontinuierliche und kalkulatorische Arbeit mit den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Betreuern und den zu Betreuten zu gewährleisten.

Stuttgart, 12. Februar 2012

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